Sergio Pininfarina: Die Autowelt verabschiedet sich von ihrem größten Künstler

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Die Automobilindustrie hat einen ihrer Meister verloren: Der italienische Designer Sergio Pininfarina verstarb am 3. Juli 2012 nach langer Krankheit in seinem Geburtsort Turin in Italien.

Sergio Pininfarina, der Visionär

Wie kein anderer verstand es Pininfarina, die Welt des Automobils neu zu schaffen. Dabei war der Visionär seiner Zeit immer um Längen voraus. Seine Karriere begann 1966, als er als Generaldirektor die Leitung des von seinem Vater, Battista “Pinin” Farina, gegründeten Designerunternehmen übernahm, die er in “Pininfarina” umbenannte. Bereits in den ersten Jahren zeigte das italienische Unternehmen, wozu es unter der Regie von Sergio Pininfarina in der Lage war. Er zeichnete das Design von Fahrzeugen, die noch heute unumstritten als eines der Meilensteine der automobilen Geschichte von Autokennern verehrt werden. 1967 entstand der Ferrari Dino aus der Feder von Pininfarina. Auch in den kommenden Jahren war es immer wieder Pininfarina, der den roten Sportwagen aus Maranello das typische Gesicht gab, dessen Grundzüge noch heute unverkennbar in den aktuellen Ferrari-Modellen wieder zu erkennen sind.

Mit seinem Conceptcar, dem Aerodynamica, entwarf Pininfarina ein Fahrzeug, das die Vorteile eines aerodynamisch gestalteten Fahrzeuges mit der Ästhetik eines schnittigen Sportwagens kombinierte. Während er seine Studie nie zur Serienreife weiterentwickelte, störte es ihn indes nicht, dass seine Idee von anderen Herstellern teilweise übernommen wurde. Im Gegenteil, er verstand als eine Art Kompliment: “Wenn unsere Idee kopiert wird, heißt das doch, dass sie gut ist”, soll Pininfarina einst gesagt haben. Wie das Beispiel Aerodynamica zeigt, bemühte sich Pinifarina schon früh um ressourcenschonendes Fahren. Den Höhepunkt erreichte er mit seiner Studie Ecos, einem elektrisch angetriebenen Kleinwagen, die er wohlgemerkt 1978 (!) im Turiner Autosalon vorstellte.

Kunst ist kein Vorrecht

Pininfarina verstand seine Arbeit als Ästhet nicht als exklusives Vorrecht für teure Autobauer. Vielmehr engagierte er sich auch für Massenhersteller, wie Peugeot. Für die Franzosen zeichnete er luxuriöse Mittelklassemodelle, wie den 403 und 404, die aufgrund ihres Designs sich den Beinamen eines “französischen Mercedes” verdienten. Für den US-amerikanischen Autobauer FORD produzierte Pininfarina die Cabrioversion des Kleinwagens Ka, die er Ford Streetka taufte. Die Arbeit von Pininfarina wurde international geachtet, was ihm nicht nur den Ruf als ausgezeichneten Visionär einbrachte, sondern auch diverse Auszeichnungen. Zu diesen gehören unter anderem der red dot design award: design team of the year, den er 2004 erhielt.

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