Winterzeit: Zeitumstellung als Risikofaktor beim Autofahren?

Wildunfallrisiko steigt mit der Zeitumstellung. Foto: © lassedesignen / Fotolia.com

Eine neue Studie zeigt, dass pünktlich zum Jahreszeitwechsel es vermehrt zu Verkehrsunfällen kommt. Gleichzeitig betonen die Wissenschaftler aber, dass Rückschlüsse, wie -die Abschaffung der Winterzeit könnte Leben retten- in ihrer Pauschalität unrichtig sind.

Gefährliche Winterzeit?

Die Urheber der Studie, die auf dem 13. Kongress des Europäischen Orthopäden und Unfallchirurgenverbandes in Berlin veröffentlicht wurde, untersuchten von 1996 bis 2006 Verkehrsunfälle in Großbritannien. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass in den ersten vier Wochen nach dem Wechsel auf Winter- bzw. Sommerzeit die Zahl der Verkehrsunfälle deutlich ansteigt. Allerdings lassen sich keine pauschalen Erkenntnisse aus den Ergebnissen entnehmen. Joseph Alsousou, einer der Autoren der Studie, von der renommierten britischen Universität Oxford, erklärte, man könne beispielsweise nicht behaupten, dass die Sommerzeit mehr Leben retten würde als die Winterzeit. Diese Einschätzung begründet er damit, dass die Dynamik der Unfallzahlen in den Unterkategorien nicht homogen sei. Zum Beispiel nahm die Anzahl der Unfälle von und mit Motorradfahrern nach der Umstellung auf die Sommerzeit um über 42 Prozent zu. In der gleichen Zeit sank dagegen die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Fußgängern um weit über 7 Prozent.

Weitere Faktoren

Alsousou sieht seine Studie als ersten Schritt zur Analyse der Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit dem Jahreszeitwechsel. Zu untersuchen sei ferner die Einwirkung der verminderten Sichtbarkeit durch ungewohnte Lichtverhältnisse, konstatiert der österreichische „ORF“.

Ebenso wichtig hält der deutsche Jagdschutzbund in diesem Zusammenhang den Hinweis auf Wildtiere. Nach der Umstellung der Zeit im Herbst fällt die Rush Hour in den ersten Wochen in die Dämmerung und somit in der Zeit, in der Wildtiere am aktivsten sind. Diese Zeit kann somit besondere Gefahren bergen. Dass mithilfe gezielter Eingriffe die Zahl tödlicher Verkehrsunfälle deutlich gesenkt werden kann, zeigt das deutsche Beispiel. Während 1965 auf 17 Millionen Fahrzeugen in Deutschland jährlich 21.000 Verkehrstote kamen, waren es 2010 bei mittlerweile 50 Millionen Fahrzeugen nur noch 3.600.

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