Das Teilzeitauto: Carsharing

Mit Carsharing das private PKW ersetzen?. Foto: © mario_vender - Fotolia.com

Mit Carsharing das private PKW ersetzen. Foto: © mario_vender / Fotolia.com

Auto nutzen, statt nur zu besitzen: Vor dem Hintergrund steigender Kosten für ein eigenes Fahrzeug glauben Carsharingunternehmen an ihren baldigen Durchbruch.

Die neue automobile Teilhabementalität

Während das Autofahren zusehends teurer wird, suchen Autofahrer nach Möglichkeiten, die Kosten für den Unterhalt ihres Autos zu reduzieren. Angesichts der Tatsache, dass Fahrzeuge von Privatleuten im Durchschnitt lediglich eine Stunde täglich gefahren werden, stellt sich die Frage, inwieweit ein eigenes Fahrzeug entbehrlich ist. Vor diesem Hintergrund entwickelten sich kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in der Schweiz erste Ansätze des Teilautos. Das Prinzip des mittlerweile Carsharing genannten Phänomens ist dabei denkbar einfach. Mehrere Autofahrer schließen sich zu einer Gemeinschaft zusammen und nutzen gemeinschaftlich die Fahrzeuge der Gemeinschaft. Während es bei dem privaten Carsharing oftmals eine Gemeinschaft aus Bekannten ist, gibt es mittlerweile auch kommerzielle Anbieter. Diese treten als Verwalter auf, sodass sich auch solche Autofahrer zusammenschließen können, die sich nicht zwingend kennen müssen.

Unklar bleibt, wie beliebt Carsharing wirklich ist

Um ein Fahrzeug aus der Gemeinschaft zu nutzen, ist es zuerst notwendig, sich zu registrieren. Für die konkrete Nutzung des Fahrzeuges muss dann noch das gewünschte Fahrzeug online gebucht und sich mit dem bisherigen Nutzer getroffen werden, um die Schlüssel und notwendigen Papiere zu erhalten sowie eine temporäre Kfz-Versicherung abzuschließen, die nur für die Zeit der konkreten Nutzung gültig ist. Besonders interessant ist das Carsharing laut einem Bericht des „Tagesspiegels“ für Ballungsgebiete wie Berlin. Hier besitzt gerade einmal jeder Dritte ein eigenes Fahrzeug, wobei die meisten allein wegen der hohen Unterhaltskosten auf ein eigenes Fahrzeug verzichten müssen. Auch das Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan bestätigt den Trend: Ihren Erkenntnissen zufolge nahmen 2011 in Europa etwa 700.000 Menschen an Carsharingprogrammen teil. Bis 2020 soll sich ihre Zahl auf bis zu 20 Millionen vervielfachen. Kritiker mahnen angesichts der imposant wirkenden Zahlen zur Vorsicht. Denn bis heute gibt es keine verlässlichen Daten darüber, wie regelmäßig einzelne Carsharingteilnehmer monatlich ein Fahrzeug aus der Gemeinschaft nutzen und wie viele von ihnen sich enttäuscht wieder ein eigenes Fahrzeug kaufen. Aus diesem Grund muss die Zahl der registrierten Carsharingnutzer nicht mit einer Reduktion klassischer Autobesitzer korrelieren.

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