DashCam im Auto: Kommt die Russland-Kamera nach Deutschland?

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OnBoard Kamera: Unfallsituationen besser aufklären? Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Wenn Sie auf YouTube Videos nach dem Begriff „DashCam“ suchen, finden Sie viele, teilweise brutale Aufnahmen, die Ihnen die Freude am Fahren gründlich verderben. Meteoriteneinschläge oder Pferde, die ohne Begleitung über einen Zebrastreifen laufen, sind eher harmlose Aufzeichnungen von Kameras, die als DashCam bezeichnet werden, an der Fahrzeugwindschutzscheibe angebracht und in Russland zu Beweiszwecken weit verbreitet und anerkannt sind. Doch wie sieht es mit der Verwendung einer derartigen Kamera in Deutschland aus?
Die Kamera hinter der Windschutzscheibe, Funktion, Installation und Kosten

Je nach Ausführung bringen Sie die DashCam mit einem Saugnapf hinter der Windschutzscheibe Ihres Fahrzeugs an. Betrieben wird die Kamera mit Batterien oder über ein Kabel vom Zigarettenanzünder. Die Aufnahmen erfolgen rollierend und werden auf einer Chipkarte gespeichert. Kameragröße, Aufnahmequalität und -Kapazität hängen vom Preis ab. Einstiegsmodelle erhalten Sie im Handel für weniger als 40,- Euro. Teure Exemplare haben teilweise die Größe eines Stecknadelkopfes und sind im Bereichs des Rückspiegels angebracht, sodass sie von Außen so gut wie nicht erkennbar sind.

Die DashCam, in Russland oft einzige Möglichkeit zum Beweis der eigenen Unschuld

Sind Sie in Russland per Auto unterwegs und werden in einen Unfall verwickelt, stellen Aufnahmen einer DashCam meist die einzigen Beweise dar, um Gerichte und Versicherungen von Ihrer Unschuld zu überzeugen. Russlands Gerichte vertrauen bei Verkehrsunfallprozessen den Videoaufzeichnungen mehr, als den oft widersprüchlichen Aussagen von Zeugen und Beteiligten.

Ist eine DashCam in Deutschland sinnvoll?

Tatsache ist, dass die Verkehrsverhältnisse in Deutschland anders als in Russland sind. Der Einsatz einer DashCam ist hier nicht unumstritten. So greifen wahllose Videoaufzeichnungen in die Persönlichkeitsrechte anderer Verkehrsteilnehmer ein. Unter anderem deshalb, weil jeder Bundesbürger die Verwertungsrechte am eigenen Bild besitzt. Deutsche Gerichte erkennen bei Unfällen Videoaufzeichnungen nur im Einzelfall als Beweismittel an, da es hierzu keine höchstrichterlichen Entscheidungen gibt.

Fazit

In Deutschland sind Aufnahmen einer derartigen Kamera nur bedingt beweisfähig. Die Videos können, wenn auch nicht als einziges Mittel, zur Wahrheitsfindung bei Verkehrsunfällen beitragen. Die Anerkennung vor Gericht hängt allerdings stark von den Umständen des Unfalls ab.

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