Studie: Online-Handel von Autoteilen auf dem Vormarsch

Foto:  Jorma Bork  / pixelio.de

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Rund sieben Millionen Menschen haben in den beiden vergangenen Jahren Ersatzteile, Reifen, Felgen oder anderes Zubehör für ihr Fahrzeug im Internet gekauft. Tendenz steigend, wie die Marktforscher von TNS Infratest im Rahmen ihrer regelmäßigen Studie „AutoTeileOnlineMonitor“ (ATOM) aufzeigen. Das damit verbundene Umsatzvolumen hat die Milliardengrenze bereits weit überschritten. Auf kleine und mittlere Teilehändler kommen durch die zunehmende Verlagerung in das Internet neue Herausforderungen zu.

Die ATOM-Studie

Für die ATOM-Studie wurden über 800 repräsentative Interviews mit Online-Verkäufern von Autoersatzteile und -zubehör geführt. Darüber hinaus wurden weitere 200 Interviews mit potenziellen Käufern durchgeführt. Ergebnis der Befragung: Im Bereich der absoluten Zahlen dominiert der private Onlineverkauf von Autoersatzteilen im Internet. Wird jedoch das Gesamtvolumen zugrunde gelegt, ist der Marktanteil des Internets bei Reifen und Felgen jedoch am größten. Auch die Ausgaben pro Kopf sind bei Reifen und Felgen im Internet wesentlich höher als bei Autoersatzteilen und -zubehör.

Das Internet wird auch in den kommenden Jahren immer mehr als Einfluss auf den Autoersatzteile- und Autozubehörmarkt nehmen. Die Marktforschungsexperten von TNS Infratest sehen im Internet ein großes Potenzial, da es nicht nur bloßer Vertriebsweg ist, sondern noch mehr Möglichkeiten als die bisherigen Vertriebswege bieten. So kann über das Internet gezielt Kontakt mit der Zielgruppe aufgenommen, Unterstützung angeboten und sich auf speziellen Plattformen untereinander ausgetauscht werden. Darüber hinaus stellt das Internet einen ganz neuen Markt für diese Produktbereiche dar, der u.a. auch neue Teilnehmer anspricht, die über die klassischen Vertriebswege bisher nicht erreicht werden konnte. Um dieses Potenzial jedoch vollausschöpfen zu können und den neuen Anforderungen gewachsen zu sein, bedarf es jedoch noch einiger dezidierter Marktanalysen, so die Experten.

Webshops und deren Marktanteil

Der Vertrieb von Autoersatzteilen und -zubehör über B2C-Webshops steckt nach der Analyse der Experten noch in den Kinderschuhen. Sie erreichen noch nicht einmal ein Prozent Marktanteil im Internet. Werkstattportale dagegen machen da einen wesentlich größeren Anteil aus, wobei hier die Endkunden jedoch nicht einzelne Ersatzteile sondern komplett Servicepakete kaufen können.

Industrie und Handel -vor allem die kleinen und mittleren Teilehändler – werden durch die aktuellen Entwicklungen im Online-Autoteilehandel vor neue Herausforderungen gestellt. Sie befinden sich auf der einen Seite in einer recht unbequemen Position zwischen dem zunehmend professionellen B2C- Business im Internet und dem Direktverkauf an Autofahrer durch die großen Autocenter. Auf der anderen Seite geraten sie aber auch unter den Druck der Großdistributoren, die zunehmend lieber an direkt und mehr an Werkstätten verkaufen. Daher befürchten die Experten, dass es zukünftig Preis- und Margenprobleme geben könnte.

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