Darf man ohne Rückspiegel Auto fahren?

Foto: Alexandra Bucurescu  / pixelio.de

Foto: Alexandra Bucurescu / pixelio.de

Vielen Autofahrern ist es einmal so ergangen, dass Rückspiegel oder einer der beiden Außenspiegel durch einen Unfall abgebrochen sind. Dann stellt sich immer die Frage: Ist es zulässig, ohne Rückspiegel zu fahren?

Die Straßenverkehrsordnung verlangt Spiegel

In Paragraf 56 der Straßenverkehrsordnung ist geregelt, welche Spiegel ein Kraftfahrzeug haben muss. Es ist weder die Anzahl der Spiegel noch die Art der Spiegel genau definiert, sondern nur festgelegt, dass sie dem Fahrer, die uneingeschränkte Sicht nach hinten, seitwärts und vor dem Fahrzeug gewähren. Diese Regelung lässt kaum Spielraum für das Fahren ohne Rückspiegel und ein Ordnungshüter wird kaum akzeptieren, dass ein Rückspiegel durch beide Seitenspiegel ersetzbar ist. Doch die Autoindustrie sieht es anders als der Gesetzgeber. Sie würden gern die Außenspiegel und nach Möglichkeit den Rückspiegel durch einen Monitor und High-Tech-Kameras ersetzen. In den USA hat die Automobilindustrie inzwischen sogar die entsprechenden Anträge dafür bei der zuständigen Behörde eingereicht.

Die Autoindustrie setzt auf High-Tech-Systeme

Die führenden deutschen Autohersteller wie Mercedes, Volkswagen, Porsche und BMW sehen ebenfalls den Trend zu High-Tech-Spiegelsystemen, wobei aus dem simplen Rückspiegel ein hochauflösender Monitor wird, der sich ‚Smart Mirror‘ nennt. Die Hersteller argumentieren vor allem damit, dass eine Kamera einen weitaus umfassenderen Blick nach hinten ermöglichen würde, womit auch das Problem mit dem toten Winkel gelöst wäre. Zudem würden die deutschen Autobauer gern auf die lästigen Außenspiegel verzichten, um weitaus aerodynamischere Modelle entwickeln zu können. Derartige Fahrzeuge würden energieeffizienter laufen.

HD-Technik gegen nerviges Abblendlicht

Der angedachte ‚Smart Mirror‘ soll neben der klassischen Spiegelbildfunktion auf Knopfdruck zu einer intelligenten Kamera mutieren, die am Heck des Fahrzeugs angebracht wird. Sie sendet das Signal zum ‚Smart Mirror‘, wobei störende Lichtreflexe wie durch starke Sonneneinstrahlung oder Abblendleuchten eigenständig herausgefiltert werden. So bekommt der Fahrer unter allen Umständen ein gutes Bild der Umgebung. Diese Technik soll bereits im Jahr 2015 serienmäßig in einigen Fahrzeugen verbaut werden.

Ob damit den rechtlichen Bestimmungen des Paragrafen 56 eingehalten werden, müssen die Verkehrsjuristen bald entscheiden. Die Frage ist danach, ob auch die Autokäufer ebenso überzeugt von der neuen Technik sind, wie die Hersteller selbst. Immerhin könnte eine Störung oder gar ein Ausfall der Technik ungeahnte Folgen haben.

Dieser Beitrag wurde in Allgemein veröffentlicht und getaggt , , . Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen. Sowohl Kommentare als auch Trackbacks sind geschlossen.