WM-Schmuck am Auto: Was ist er erlaubt?

Foto: Dominik Pöpping  / pixelio.de

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Per Plastikhalter können Fan-Flaggen im Handumdrehen an der Fensterscheibe befestigt werden. Im Schadensfall kann es bei diesen Fanartikeln schnell zur teuren Überraschung kommen. Zudem haben Einbrecher durch die Fahnen leichtes Spiel.

WM-Flaggen können während der Fahrt verloren gehen

Deutschlands Autos zeigen Flagge. Schon in der Vorrunde der Fußball-WM fahren unzählige Pkw mit Deutschlandflaggen durch die Straßen. Am häufigsten werden Klemmfahnen für Autoscheiben verkauft. Sie kosten zwischen 4,99 und 9,99 Euro und sind in der Tankstelle, in Kaufhäusern oder im Internet erhältlich. Wenn man das Auto für längere Zeit abstellt, kann man die Fahne mit zwei Handgriffen auch ins Wageninnere legen. Selbst die Polizei zierte ihre Einsatzwagen mit Deutschlandfahnen – obwohl mittlerweile eine Anordnung an die Beamten ergangen ist, diese aus Gründen der Neutralität wieder zu entfernen. Wer seinen Wagen eher wie eine Staatskarosse schmücken will, kann im Internet magnetische Deutschlandfahnen ab 67 Euro bestellen. Sie sind schneller montiert und hinterlassen keine Spuren auf dem Lack. Der TÜV hat diese Fahnen zwar mit Tempo 200 getestet, aber man muss kein Risiko eingehen. Deshalb empfehlen Experten vom TÜV eine maximale Geschwindigkeit von 100 km/h. Für in Autoscheiben eingeklemmte Fahnen wird ein Maximal-Tempo von 60 km/h empfohlen. Aufgrund von schlecht angebrachten Autoflaggen wird in diesen Tagen in Verkehrsdurchsagen immer wieder vor Fahnen auf den Autobahnen gewarnt.

Versicherer warnen vor WM-Verzierungen

Aufgrund der fehlenden TÜV-Zulassung, muss im Schadensfall für verursachte Schäden aufgrund der falschen Befestigung von WM-Fahnen selbst aufkommen. Zudem raten Versicherungsexperten die Fan-Accessoires vor einer Autobahnfahrt komplett zu entfernen. Das Material würde derart starken Belastungen nicht standhalten und könnte zu einem erhöhten Unfallrisiko beitragen. Fantücher auf der Motorhaube sollten sehr gut befestigt oder vor einer längeren Fahrt ebenfalls entfernt werden. Fahnen am Autofenster sind zwar durch das einfache Anstecken per Plastikhalter schnell montiert, allerdings erhöhen diese bei einem parkenden Fahrzeug das Einbruchrisiko enorm, so Experten der ARAG-Versicherung. Jene weisen auch auf den Versicherungsschutz hin, welcher bei Einbruch in ein beflaggtes Auto entfällt. Weitere Probleme mit der Versicherung könnte es geben, wenn die Sicht durch das Heckfenster behindert wird. Aus Sicht der Versicherung ist der Fahrzeughalter dazu verpflichtet, dass angebrachte Scheibendekorationen die Sicht des Fahrers nicht einschränken.

So zeigen die motorisierten Fans richtig Flagge

Während es die Polizei sogar schon an Einsatzwagen vorgemacht hat, warnen die Versicherer deutsche Fans vor allzu starkem Patriotismus im Straßenverkehr. Die Fanartikel fürs Auto kosten zwar meist nur einige Euros, könnten aber laut Versicherungsexperten im Unfall- oder Einbruchsfall zum Verfall des Versicherungsschutz führen. Der Grund: Die Fahnen würden lediglich nur eingesteckt, wodurch das Fenster nicht komplett geschlossen würde. Einbrecher hätten dadurch leichtes Spiel. Daher sollten Fahnen beim verlassen des Fahrzeugs entfernt werden, so HDI Schadensfachmann Koch. Wer diese Regeln beachtet kann gelassen der Fußball-WM entgegenfiebern und dies anderen Verkehrsteilnehmern eindrucksvoll demonstrieren.

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