Tipps: Autofahren mit Diabetes

Fahrerlaubnis_Diabetes

Fahrerlaubnis trotz Diabetes? Foto: knipseline / pixelio.de

Für die Kraftfahrzeuge der Gruppe 1 wird die uneingeschränkte Fahrerlaubnis für Diabetiker mit Insulinbehandlung beim Nachweis einer guten Stoffwechselführung erteilt. Die Erteilung der Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge der Gruppe 2 setzt eine Einzelfallprüfung voraus, bei der eine gute Stoffwechselführung ohne Unterzuckerungen innerhalb der letzten drei Monate durch ein ausführliches ärztliches Gutachten bescheinigt werden muss. Außerdem sind ärztliche Begutachtungen jeweils in einem Abstand von höchstens zwei Jahren zwingend vorgeschrieben. Die Fahrerlaubnisbehörde darf zu jeder Zeit beim Bekanntwerden von Tatsachen, die Bedenken gegen die Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges begründen, Auflagen anordnen. Erhält der Besitzer einer Fahrerlaubnis nach einer ärztlichen Untersuchung die Diagnose einer Diabeteserkrankung, ist er nicht zur Mitteilung an die Fahrerlaubnisbehörde verpflichtet. Seit dem 01.05.2014 gibt es zur Fahrtauglichkeit bei Diabetes eine neue Begutachtungsleitlinie der Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast).

Verhaltenshinweise für das Führen eines Kraftfahrzeuges durch Diabetiker

Um sich und andere Verkehrsteilnehmer im öffentlichen Straßenverkehr verantwortlich zu schützen, sollten Diabetiker folgende Tipps beachten:

  • Schnellwirksame Kohlenhydrate wie Traubenzucker sollten immer griffbereit im Fahrzeug
    bereitgehalten werden, um zeitgerecht auf Unterzuckerungssymptome reagieren zu
    können.
  • Der Blutzuckerwert sollte vor dem Beginn einer längeren Fahrt fachgerecht überprüft
    werden.
  • Längere Fahrten bei Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen sollten vermieden
    werden.
  • Die Fahrt sollte bei der nächsten geeigneten Möglichkeit bei Anzeichen von
    Unterzuckerung unterbrochen werden. Nach dem notwendigen Verzehr von
    Kohlenhydraten sollte die Weiterfahrt erst nach ausreichender Wirkung erfolgen.
  • Der gewohnte Tagesrhythmus bezogen auf die Durchführung der Insulininjektionen und die
    Einnahme der Mahlzeiten sollte nicht verändert werden.
  • Auf sehr hohe Fahrgeschwindigkeiten sollte verzichtet werden.
  • Bei längeren Fahrten sind ausreichende Pausen hilfreich.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen durchführen lassen.

Diabetes und Verkehrsunfälle

Diabetiker verursachen Verkehrsunfälle nicht häufiger als andere Verkehrsteilnehmer. Allerdings stellt im Falle der von Diabetikern verursachten Unfälle eine Hypoglykämie häufig die Unfallursache oder eine der kausalen Ursachen dar. Ist ein Diabetiker an einem Verkehrsunfall beteiligt, muss er seine Erkrankung oder konkret vorliegende Unterzuckerung aufgrund seines Aussageverweigerungsrechts nicht angeben.

Außerdem zählt Diabetes nicht zu den meldepflichtigen Krankheiten. Die Polizei meldet solche Informationen, Feststellungen und auch Verdachtsmomente regelmäßig an die zuständige Verkehrsbehörde weiter. Erhält die Verkehrsbehörde eine solche Mitteilung, verlangt sie vom Betroffenen ein ärztliches Gutachten zur Feststellung der Fahrtauglichkeit. Die Kosten für dieses Gutachten gehen zulasten des Fahrerlaubnisbesitzers. Wenn eine Unterzuckerung als Unfallursache beweiskräftig festgestellt werden kann, hat dies je nach dem eingetretenen Unfallschaden auch Einfluss auf die Unfallfolgen. Zum einen könnte dies Auswirkungen bei einer Strafzumessung haben, zum anderen könnte sich dieser Umstand auch versicherungsrechtlich auswirken.

Die Haftpflichtversicherung eines Diabetikers könnte bei ihm als Unfallverursacher nach der Schadensregulierung mit dem Unfallgegner auf dem Regresswege bis zu 5000 Euro zurückfordern. Beim Nachweis einer groben Fahrlässigkeit kann es zu einer teilweisen oder vollständigen Zahlungsverweigerung der eigenen Versicherung bezogen auf den Vollkaskoschutz kommen. Bei mehrfach durch Unterzuckerung verursachten Verkehrsunfällen, droht ein Entzug der Fahrerlaubnis.

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