Autotechnik: elektrische Parkbremse erschwert das Rangieren?

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Ist die elektrische Parkbremse als technische Innovation umstritten? Foto: JMG / pixelio.de

Einige der Fahrzeughersteller haben bei neuen Modellen nun eine elektrische Parkbremse eingebaut. Während über die Vor- und Nachteile in der Theorie diskutiert wird, stellt sich für so manchen die Neuerung eher als Handicap in gewissen Situationen heraus. Während die einen die Ästhetik ins Spiel bringen, argumentieren die anderen damit, dass ein Stück weit das Gefühl für den Fahrer auf der Strecke bleibt.

Vorteile sind individuell zu finden

Die elektrische Parkbremse wird mit vielen Vorteilen seitens der Hersteller beworben, doch wer genauer hinsieht, stellt dies oftmals in Frage. Klar ist, dass sie automatisch aktiv wird, sobald der Motor abgestellt wird. Fährt man anschließend wieder los, löst sie sich von selbst. Zudem wird von manchen Autofahrern als praktisch empfunden, dass bei der elektrischen Parkbremse meist eine Berganfahrhilfe integriert ist. Gerade wer öfters aus der Steigung heraus anfahren möchte, kennt die Herausforderung, dass der Wagen leicht zurück rollt bis man den sogenannten Haltepunkt bei der Kupplung gefunden hat. Für Fahranfänger oder ungeübte Fahrer kann die neue Technik also durchaus Vorteile bieten. Ein weiteres Argument, das gerne ins Treffen geführt wird, ist die Verfügbarkeit von mehr Platz, nachdem die Mittelkonsole nun nicht mehr von der manuellen Handbremse in Beschlag genommen wird.

Technik versus Innenraumdesign – was ist wichtiger?

Während gerade in Sachen Vorteil durch neue Technik die elektrische Parkbremse mit Gegenargumenten zurecht kommen muss, freuen sich die Innenraumdesigner der neuen Autos. Es liegt auf der Hand, dass ein Zug/-Druckknopf ästhetischer und mit weniger Platz rüberkommt als der Hebel, der in der Mittelkonsole aufragt und sowohl optisch als auch platztechnisch durchaus beeinträchtigt. Doch es gibt namhafte Hersteller die dieses Argument perfekt außer Kraft setzen, indem sie bereits seit Jahren in ihren Modellen durchaus ästhetische Hebel für die Handbremse, sogar mit wenig Raumverlust in der Mittelkonsole, anbringen.

Nachteile für elektrische Parkbremse gibt es viele

Wenn auch Bergfahrten mit der neuen elektrischen Parkbremse einfacher werden, so gibt es auch Situationen, in denen die innovative Technik einiges erschwert. Die Rede ist vom Rangieren auf abschüssigen Strecken oder aber in Parkhäusern. Denn mit der Handbremse kann der Fahrer ganz dosiert und mit viel Gefühl auf die Situation des Fahrens einwirken, bei der elektrischen Parkbremse geht das nicht mehr. Der Knopf wird gedrückt, wobei die Stärke der Bremskraft nicht manuell dosiert werden kann, denn es gibt nur eine Einstellung O oder eins. Doch der Fahrer erhält keine Rückmeldung oder kein Gefühl, wie stark die Bremse bereits angezogen ist oder wann sie genau greift. Zudem kommt, dass sich die elektrische Parkbremse, die sich automatisch beim Ausschalten des Motors aktiviert, nicht mehr gelöst werden, sollte die Autobatterie leer sein. Das kann mit einer manuellen Handbremse, die meist gut in der Hand liegt und einfach zu betätigten ist, grundsätzlich nicht passieren.

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