Ferienverkehr: Stau umfahren ja oder nein?

Stau in Mnchen

Foto: © Manfred Steinbach

Der Stau auf dem Weg in den Urlaub: umfahren oder aussitzen?

Pünktlich mit dem Sommer kommen sie wieder – wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, wird mutmaßlich in mindestens einem Stau landen. Manchmal lohnt es sich, diesen zu umfahren, aber sicher nicht immer.

Wenn man der Erhebung des ADAC trauen darf, gibt es pro Jahr in Deutschland etwa 415.000 Staus, die durchschnittliche Länge beträgt zwei Kilometer. In etwa die Hälfte dieser Staus finden in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen statt, mit einer starken Häufung während der Sommermonate. Denn wenn alle gleichzeitig so schnell wie möglich in den Urlaub wollen, sind Überlastungen auf den Autobahnen natürlich vorprogrammiert. Und wie jedes Jahr stehen wir alle vor der Frage, ob es sich lohnt, den Stau zu umfahren und uns in einem zumeist fremden Gelände über Landstraßen zu kämpfen oder ob man geduldig bleibt, sich hinten einreiht und einfach hofft, dass der Stau schnell ein Ende hat.

Fakten zum Stau – 1km pro 5 Min.

Zumeist ist es die Ungeduld, die einen zum Ausweichen auf eine Nebenstrecke drängt. Oft ist diese aber kein besonders guter Ratgeber. Dies wird deutlich, wenn man sich ein paar Fakten zum Stau vor Augen hält. Im Stau legen wir einen Kilometer in durchschnittlich fünf Minuten zurück. Das ist nicht besonders schnell, aber es geht voran. Bei einer Staulänge von zwei Kilometern ist das Warten also bereits nach zehn Minuten beendet. Experten gehen davon aus, dass sich die Umfahrung eines Staus erst ab einer Wartezeit von mehr als 30 Minuten wirklich lohnt. In dieser Zeit ist es nur schwer möglich, auf der Landstraße von einer Autobahnabfahrt zur nächsten zu gelangen. Im Stau zu verbleiben geht also zumeist schneller.

Ebenfalls der Wechsel auf die vermeintlich schnellere Spur bringt in Wirklichkeit nichts, denn Untersuchungen zeigen, dass alle Spuren im Stau etwa gleich schnell vorankommen. Auch wenn es sich anders anfühlt. Ständiger Spurwechsel macht alle nervös und blockiert im ungünstigsten Fall auch noch die Rettungsgasse.

Der Teufel steckt im Navigationssystem

Die meisten Fahrzeuge werden heute mithilfe eines Navigationssystems gesteuert, Straßenkarten führen die meisten Autofahrer nicht mehr im Fahrzeug mit. Gerade im Stau treten jedoch die Schwächen eines Navis besonders deutlich zutage:

  • Die Kartendarstellung ist zumeist sehr klein und unübersichtlich. Für eine echte Orientierung also nicht zu gebrauchen.
  • Wenn Ihr Navi Sie auf eine Ausweichstrecke lotst, machen das die 5.000 Navis der Verkehrsteilnehmer vor und hinter Ihnen auch.
  • Ihr Navi hat keine Ahnung davon, wie belastbar die vorgeschlagene Nebenstrecke ist. Fahren etwa 10 Prozent der Fahrzeuge von der Autobahn auf die Nebenstrecke, dann ist diese bereits überlastet.

Wer sich also blind auf sein Navigationssystem verlässt, kommt spätestens in einem Stau schnell an dessen Grenzen. Hier ist es erheblich sinnvoller, eine Straßenkarte mitzuführen. Anhand dieser kann man sich in aller Ruhe orientieren und gegebenenfalls eine Ausweichroute planen.

Die Regeln für das Verhalten, wenn der Stau droht, sind recht schnell zusammengefasst:

  • Bewahren Sie Ruhe. Es ist nur ein Stau.
  • Vertrauen Sie Ihrer Intelligenz. Nicht ihrem Navi.
  • Werfen Sie einen Blick auf eine Straßenkarte, um die Situation wirklich beurteilen zu können.
  • Bleiben Sie in Ihrer Spur und halten Sie die Rettungsgasse frei, andernfalls kann das teuer werden
  • Umfahren Sie einen Stau nur dann, wenn die erwartete Verspätung mehr als 30 Minuten beträgt.
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