Hilfe entscheidet über Leben und Tod

Bildquelle: Fotolia.com - © wellphoto

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Wer auf einen Unfall mit Schwerverletzten zukommt, muss schnell handeln. Oft entscheiden wenige Sekunden über Leben und Tod. Was Sie bei der Ersten Hilfe am Unfallort beachten sollten, erfahren Sie im Folgenden.

Erste Hilfe als rechtliche Pflicht

Zeugen sind zunächst einmal rechtlich dazu verpflichtet, Unfallopfern zu helfen. Denn bei unterlassener Hilfeleistung droht eine Geldstrafe, im schlimmsten Fall sogar eine Freiheitsstrafe, da eine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Daher sollten Ersthelfer aus Angst vor möglichen Fehlern nicht zögern: Der einzige Fehler, den Sie am Unfallort machen können, ist keine Hilfe zu leisten.

Unfallstelle absichern

Nach einem Unfall gilt es, Ruhe zu bewahren und alle notwendigen Schritte in der richtigen Reihenfolge einzuhalten. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Situation und machen Sie sich Ihrer eigenen Rolle bewusst. Oberste Priorität hat stets die Eigen- und Fremdsicherung. Sichern Sie die Unfallstelle daher weiträumig ab. Mithilfe des Warndreiecks oder anderer auffälliger Utensilien, wie Kegeln oder Flatterband, machen Sie weitere Verkehrsteilnehmer auf die Unfallstelle aufmerksam. Zudem verringern Sie das Risiko, dass nachfolgende Autofahrer in die Unfallstelle fahren und noch mehr Schaden entsteht.

Die sechs W’s des Notrufs

Als nächstes sollten Ersthelfer den Notruf absetzen. Je genauer dabei die Angaben gegenüber der Leitstelle, desto besser können die Einsatzkräfte helfen. Beim Notruf sollten Sie stets die sechs W’s im Hinterkopf haben und deutlich sprechen:

  • Wer?
    Geben Sie der Leitstelle Ihren Namen und wenn möglich eine Telefonnummer für etwaige Rückfragen.
  • Wo?
    Eine genaue Ortsangabe sowie Besonderheiten der Lokalität erleichtern den Einsatzkräften das Auffinden den Unfallstelle.
  • Was?
    Beschreiben Sie kurz und knapp, was passiert ist.
  • Wie viele?
    Geben Sie die Anzahl der Verletzten an.
  • Welche Art der Verletzung?
    Anhand Ihrer Angaben kann die Leitstelle entscheiden, welche Maßnahmen sie ergreifen muss.
  • Warten!
    Legen Sie nicht auf, sondern warten Sie, ob es seitens der Leitstelle noch Nachfragen gibt.

Stabile Seitenlage oder Wiederbelebung

Erst jetzt können Sie sich voll und ganz der Ersten Hilfe widmen. Überprüfen Sie dazu die Vitalfunktionen. Sind Atmung und Puls vorhanden, bringen Sie den Verletzten in die stabile Seitenlage. Sollte dies nicht der Fall sein, beginnen Sie mit der Wiederbelebung in Form einer Herz-Druck-Massage.

Faustregel: 30 Mal in Herznähe drücken, zwei Mal beatmen. Gibt es keine Reaktionen, setzen Sie diesen Ablauf fort.

Weitere Helfer finden

Offene Wunden sollten ausschließlich mit Handschuhen aus den Verbandskästen behandelt werden. Um Verletzte vor Unterkühlung zu schützen, sollten Sie die Rettungsdecke verwenden. Das gilt auch bei scheinbar hohen Temperaturen, denn durch den Schock sinkt die Körpertemperatur. Sind mehrere Verletzte an der Unfallstelle, sollten Sie abschätzen, welche Person am meisten auf Hilfe angewiesen ist. Sprechen Sie zudem weitere Verkehrsteilnehmer oder Passanten an, die bei der Ersten Hilfe und Versorgung der Verletzten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte helfen.

Hinweis: Um am Unfallort selbstsicher agieren zu können, wird eine Auffrischung der Erste-Hilfe-Regeln alle zwei Jahre empfohlen.

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