Autoteile für Turbolader - VW Passat B6
Der Turbolader erhöht die Leistung des Motors, indem er die Luft in den Ansaugtrakt hineinpresst und so die Menge des eingespritzten Gemisches erhöht. Durch die höhere Temperatur steigt der Kraftstoffverbrauch jedoch nur unwesentlich an. Turbolader bestehen aus einer Turbine und einem Verdichter, die Turbine treibt dabei den Verdichter an. Am weitesten verbreitet ist der Abgasturbolader: Er befindet sich im Bereich des Auspuffkrümmers, seine Turbine wird vom Druck der Abgase angetrieben. Man spricht daher auch vom Abgasturbolager. Da der Turbolader sehr hohe Drehzahlen erreicht, können Schäden an der Lagerung oder an den Schaufelrädern große Auswirkungen haben. Durch Unwuchten oder gelöste Teile kann der Motor, der Ansaugtrakt oder die Abgasanlage beschädigt werden. Bei Auffälligkeiten sollte der Turbolader also schnellstens geprüft und bei Bedarf repariert oder ausgetauscht werden.
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1. Bauart: Wo befindet sich der Turbolader beim VW Passat B6?
Die Turbolader des VW Passat B6 befinden sich zwischen Abgaskrümmer und Katalysator beziehungsweise – soweit vorhanden Dieselpartikelfilter. Alle Dieselmotoren sind TDIs und verfügen somit über einen Abgasturbolader, bei den Benzinern haben nur die TSI- und TFSI-Modelle einen Turbolader. Der Abgasturbolader befindet sich auf der Rückseite des Motors und ist durch Kurbelgehäuse, Rückwand des Motorraumes und den Abgaskrümmer nur schwer zugänglich. Um den Turbolader austauschen zu können, muss unter Umständen große Teile des Motors ausgebaut werden, deswegen ist diese Arbeit sehr aufwändig und sollte im Zweifelsfall von einer Fachwerkstatt durch geführt werden. Bei kleineren Defekten kann ein Turbolader von entsprechenden Spezialisten wieder instand gesetzt werden, oftmals ist ein kompletter Tausch jedoch ratsam.
2. Fehlerdiagnose: Wo liegt der Fehler und wie behebe ich ihn?
| Problem | Ursache | Reparatur |
|---|---|---|
|
Heulendes Geräusch vom Turbolader |
Defektes Lager des Turboladers oder Unwucht am Schaufelrad |
Turbolader austauschen oder instand setzen |
|
Ladedruck zu hoch oder zu niedrig |
Fehler des Ventils, bei zu niedrigen Druck möglicherweise auch Schäden am Lager oder an den Schaufelrädern |
Ventil prüfen, gegebenenfalls ersetzten, oder Turbolader erneuern |
|
Zu wenig Motorleistung |
Lager des Turboladers verschlissen oder Schäden an einem der Schaufelräder |
Turbolader ersetzen |
|
Hoher Ölverbrauch, blaue Färbung der Abgase |
Schäden an den lagern der Welle oder an einem der Schaufelräder, Schmierung ist verschlammt, Öl gelangt in die Ansaugluft und wird verbrannt |
Ursache prüfen, bei Bedarf Turbolader schnell ersetzen und Ölstand beobachten |
3. Teile: Welche Teile müssen vielleicht zusätzlich noch gewechselt werden?
Wenn der Abgasturbolader ausgebaut werden muss, sind umfangreiche Vorarbeiten notwendig, unter Umständen muss auch der Motor zumindest gelöst werden. Alle Teile, die davon betroffen sind, sollten genau geprüft werden. Je schwerer ein Teil zugänglich ist, desto eher sollte man es auch bei kleinen Schäden oder Verschleißerscheinungen vorsichtshalber ersetzen. Neben dem Turbolader müssen auch alle Dichtungen und Schrauben in diesem Bereich ersetzt werden, sobald sie gelöst worden sind. Darüber hinaus können auch Katalysator und Partikelfilter bei dieser Gelegenheit recht einfach ersetzt werden.
4. Werkzeug: Was brauche ich dazu?
Der Turbolader selber ist mit herkömmlichen Schrauben und Muttern an seinen Flanschen befestigt, dafür genügen die üblichen Schrauber-Werkzeuge. Um allerdings den Zugang zu ermöglichen, werden unter Umständen andere Spezialwerkzeuge benötigt, dies kann je nach Motorvariante unterschiedlich sein. Die Zerlegung des Turboladers und der Austausch einzelner Teile ist nur mit besonderen Werkzeugen und Vorrichtungen machbar. Wer sich seiner Sache nicht sicher ist, sollte den VW Passat B6 lieber in eine Fachwerkstatt geben, um den Turbolader austauschen oder instandsetzen zu lassen.
5. Schritt-für-Schritt-Reparatur: Wie wechsel ich den Turbolader beim VW Passat B6?
Der Ausbau des Turboladers ist recht kompliziert, deswegen ist der VW Passat B6 3C dafür in einer Werkstatt im Zweifelsfall besser aufgehoben. Die einzelnen Arbeitsschritte können je nach Motorisierung und Ausstattungsvariante stark voneinander abweichen, deswegen kann an dieser Stelle nur ein grober Überblick gegeben werden
- Batterie abklemmen, Auto anheben, obere und untere Motorabdeckung entfernen, Einbauort des Turboladers lokalisieren und besten Zugangsweg herausfinden
- Bei Zugang von oben: Alle Schläuche, Leitungen und Teile, die im Weg sind, aus dem Motorraum entfernen, eventuell Auspuffkrümmer ausbauen, möglicherweise auch Motorhalterungen lösen
- Bei Zugang von unten: Abgaskrümmer, Katalysator und bei Bedarf auch den Rußpartikelfilter ausbauen, eventuell weitere Leitungen und Schläuche demontieren
- Alle Kabel und Ölleitungen am Turbolader abbauen, bei Bedarf zuvor Öl ablassen, dann die Schrauben an den Flanschen vorsichtig lösen
- Einbau des neuen oder reparierten Turboladers in der umgekehrten Reihenfolge, dabei neue Dichtungen und Schrauben verwenden.
6. Sicherheitshinweise
Beim Ausbau des Turboladers muss teilweise recht große Kraft angewendet werden, da die Schrauben in diesem Bereich wegen der hohen Temperaturen sehr fest sitzen. Dabei sollte jedoch sehr vorsichtig vorgegangen werden, denn zu hohe Drehmomente können den Lader selber, den Motorblock oder den Krümmer beschädigen. Lassen sich die Schrauben überhaupt nicht lösen, lieber vorsichtig mit einem scharfen Meißel aufstemmen oder ausbohren. Alle Anschlüsse sorgfältig prüfen, da man in diesem Bereich im Nachhinein nur sehr schwer korrigieren kann. Nach Abschluss der Arbeiten muss das Steuergerät möglicherweise neu eingestellt werden. Wenn die Befestigungen des Motors gelöst werden, muss dieser ausreichend abgestützt werden.
7. Quelle:
- Jetzt helfe ich mir selbst, VW Polo, Band 230; Motorbuch Verlag; 2009
- Auto Repair for Dummies. 2nd Edition. Wiley Publishing Inc. 2009
- Handbuch Kraftfahrzeugtechnik. Vieweg. Braess/Seiffert (Hrsg.). 2005
- Grundlagen der Kraftfahrzeugtechnik. Karl-Ludwig Haken. Hanser Verlag München. 2008
- Handbuch Kraftfahrzeugelektronik. Wallentowitz/Reif (Hrsg.). Friedr. Vieweg & Sohn Verlag. GWV Fachverlage GmbH. 2006
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